MAIV-Studienfahrt nach Logroño

Architektur, Kultur, Weinbau und Gastronomie in der Provinz Rioja

Vom 17. bis 20. September 2010 führte der MAIV eine Studienfahrt in unsere spanische Schwesterstadt Logroño, der Hauptstadt der autonomen Provinz Rioja, durch. Nicht nur bei den Weinkennern, sondern auch bei den an Baugeschichte und Architektur interessierten Kolleginnen und Kollegen ist die Studienfahrt auf besonderes Interesse gestoßen. Über 30 Personen hatten sich angemeldet.
Nach einem kurzen Flug nach Bilbao erwartete uns schon das 1. Architekturobjekt, nämlich der Flughafen Bilbao, Architekt Santiago Calatrava -www.calatrava.com- hierzu Foto 1 Am nächsten Morgen begrüßten uns im Rathaus Herr Bürgermeister Tomás Santos und Frau Stadträtin Inmaculada Sáenz. Hierzu Foto 2. Die Eröffnung des traditionellen Weinfestes San Mateo stand unmittelbar bevor. In der Begrüßung wurde auf die Wichtigkeit eines partnerschaftlichen Austausches betont. Der Vorsitzende des MAIV Herr Stadtrat Dipl.Ing. Architekt Dieter Wenzel bedankte sich für die herzliche Begrüßung. Anschließend stellten unsere Kollegen Javier Martinez Laorden und Jesus Lopez Araquistain in einem Rundgang das Rathaus (Architekt Rafael Moneo) vor.
Rafael Moneo zählt heute zu den bekanntesten spanischen Architekten. An dem Rathaus von Logroño plante und baute Moneo von 1973 bis 1981. Jesus führte uns die architektonische Grundidee, die Dreiteilung der Funktionen des Gebäudes in einen administrativen, einen parlamentarischen und einen Flügel für öffentliche Funktionen, vor. Das Foto 3 zeigt ein Detail des Treppenhauses.

Anschließend erfolgte ein städtebaulicher Rundgang, der auch entlang der neu angelegten Grünflächen im Bereich des Flusses Ebro, Richtung Altstadt führte. Im Bereich der alten Stadtmauer haben wir einen sanierten historischen Festungsturm besichtigt, den Cubo de Revellin. Hierzu Foto 4.

Pünktlich um 13.00 Uhr waren wir wieder zur Eröffnung der Weinfestes San Mateo am Rathausplatz, wo sich eine unübersehbare Menschenmenge eingefunden hatte. Mit einer Rakete wurde das Weinfest eröffnet und es herrschte in der Stadt eine ausgelassene Fröhlichkeit .Hierzu Foto 5

Am späten Nachmittag hatten wir ein Treffen mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Architektenkammer der Provinz Rioja (Colegio Oficial de Arquitectos de la Rioja) www.coar.es Die Architektenkammer hat im Altstadtviertel (Casco Antiguo) ein denkmalgeschütztes Gebäude erworben und vorbildlich saniert. Der Präsident der Architektenkammer Rioja, Herr Alfonso Samaniego Espejo, begrüßte uns sehr herzlich, im Gegenzug bedankte sich unser MAIV Vorsitzender für den freundlichen Empfang. Hierzu Foto 6. Anschließend wurde uns das sanierte Gebäude gezeigt und die vielfältigen Aufgaben der Architektenkammer erläutert.
Bei Rioja Wein und Tapas mit vielen anregenden Gesprächen klang der Abend aus. Hierzu Foto 7.

Am Sonntag, den 19. September 2010 erwarteten uns Javier und Jesus mit ihren Ehefrauen Amelia und Ana zur Rundfahrt durch die Rioja mit Besichtigungen der wichtigen Stationen auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela, Nájera und Santo Domingo de la Calzada. Als erstes wurde jedoch die Bodega Alcorta-Campo Viejo- in Logroño besichtigt. Die Bodega liegt auf einem Hügel, inmitten einer Finca von etwa 110 ha. Die Bodega erhält die Trauben von insgesamt 1900 ha und hat eine Kapazität von etwa 30 Millionen Liter. Zum Vergleich: die gesamte Rebfläche der Hessischen Bergstraße beträgt 308 ha.


Es werden vorwiegend die Rebsorten Tempranillo, Garnacha, Graciano und Mazuelo angebaut.
Architekt des gut gestalteten Gebäudes, was keinerlei Hinweise auf eines der größten Weingüter in Europa gibt, ist Ignacio Quemada (www.ignacioquemada.com). Die Bodega ist nicht wie üblich horizontal entwickelt, sondern vertikal. Mit großem technischem Aufwand wurden mehrere Geschosse senkrecht in den Hügel für die Produktion und Lagerung des Rioja Weines getrieben. Hierzu Fotos 8 und 9.

Nach der Besichtigung der Bodega ging es weiter zum Mittagessen in die Antigua Bodega nach Laguardia. Auf dem Weg hatten wir noch einen kurzen Stopp bei der Bodega Ysios eingelegt. Architekt Santiago Calatrava. Hierzu Foto 10 Vor dem Mittagessen in der Antigua Bodega mit Spezialitäten aus der Rioja wurde die mittelalterliche Stadt mit geschlossener Stadtmauer besichtigt. www.laguardia-alava.com.

Der MAIV bedankte sich für die tolle Unterstützung bei der Programmvorbereitung bei Javier und Jesus mit Amelia und Ana. Foto 11.

Danach ging es weiter nach Santo Domingo de la Calzada und Nájera am Camino de Santiago.
Santo Domingo de la Calzada entwickelte sich im frühen Mittelalter aus einer Eremitei zu einer Ansiedlung mit Kirche, Brücke und Hospital für die zahlreichen Pilger.
Eine Sehenswürdigkeit von überörtlicher Bedeutung ist zweifelsfrei die Kathedrale mit dem Altarbild des Renaissance Bildhauers Damián Forment und dem Chor im Plateresco (Silber) Stil von Andrés de Nájera und der Hühnerstall mit einem lebenden Hahn mit einer lebenden Henne. Interessierte können die Legende über das Hühnerwunder im Internet nachlesen.
Das nahegelegene Nájera war im 10. und 11. Jahrhundert zeitweise Sitz der Könige von Navarra. Das ehemalige Benediktinerkloster wurde ebenfalls besichtigt.
Nach Rückkehr nach Logroño ging es wieder zum Weinfest. Am Montag, den 20. September 2010 informierte uns Javier über eine im Bau befindliche wichtige Infrastrukturmaßnahme, der Integration und Neubau eines Bahnhofes und der Eisenbahnstrecke innerhalb von Logrono. Hierzu Lageplan 12. Die Stadt Logrono ist zu 25% an der Baumaßnahme als Partner des Bauherrn Integración del Ferrocarril 2002,S.A. beteiligt. Eine gewaltige Baumaßnahme. Allein der 1.Bauabschnitt mit Tiefbahnhof, der bereits voll im Bau ist, wird mit 134 Millionen Euro veranschlagt Hierzu Foto 13. Die zu entwickelnde städtebauliche Fläche umfasst ein Gebiet von über 20 Hektar. Es wird ein neuer Stadtbereich entstehen. Für Logroño hat die Infrastrukturmaßnahme einen Doppelefekt. Es entsteht die benötigte städtebauliche Entwicklungsfläche und es werden verkehrstechnisch die Voraussetzungen für eine eine neue Nord-Südverbindung mit Anschluss an das bestehende und in Zukunft noch erweiterte Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE- Netz) geschaffen. Spanien hat mit der Einweihung der Strecke Madrid- Valencia am 18. Dezember 2010 schon jetzt das längste Hochgeschwindigkeitsnetz in Europa. Die Fahrzeit von Madrid nach Valencia beträgt 95 Minuten.
Nach der Besichtigung ging es mit dem Bus weiter nach Bilbao. Hier konnte noch individuell das Gelände des Guggenheim Museums, Architekt Frank O. Gehry (www.guggenheim-bilbao.es) und die Alhondiga, Architekt Philippe Starck (www.alhondigabilbao.com) besichtigt werden.
Der Rückflug von Bilbao war problemlos und um 20.50 Uhr war die Gruppe wohlbehalten in Frankfurt/M gelandet.
Der MAIV dankt Frau Bettina Poetgens,Frau Carola Mundelsee, Frau Brigitte Ferrarese, Herrn Ulrich Scheinert und unseren Kollegen Javier und Jesus für die zur Verfügung gestellten Fotos und Unterlagen.

 

Dieter Zechner

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