Wissenschafts- & Kongresszentrum (WKZ) Darmstadium -Kernelement der Wissenschaftsstadt Darmstadt-

Wegen der großen Nachfrage hat der MAIV am 14.April 2007 eine weitere Besichtigung des WKZ durchgeführt. Eine vorangegangene Besichtigung unter Leitung des Vorsitzenden Herrn Stadtrat Dipl.Ing. Dieter Wenzel fand im Herbst 2006 statt, hierzu der Bericht auf der MAIV-Webseite. Die Baugrube wurde unter Leitung unserer MAIV-Kollegen Prof. Dr. Ing. Rolf Katzenbach und Dipl.Ing. Peter Schorr bereits 2005 besichtigt

Herr Zechner begrüßte die über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Besonders begrüßt wurde Herr Dipl. Ing. Krätzer mit Ehefrau aus unserer sächsischen Schwesterstadt Freiberg, die Herren Professoren Gao und Chen Sui von der North China University of Technology (NCUT) und unser MAIV Kollege Herrn Dipl.Ing.Alois M. Schrader, Gründer und Vorstand der Schrader-Stiftung in Darmstadt.

Träger des Projektes ist die Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co KG, persönlich haftende Gesellschafterin ist die WKZ Darmstadt Verwaltung GmbH, an der neben der Stadt Darmstadt auch die Technische Universität Darmstadt (TUD) beteiligt ist. Die Geschäftsbesorgung erfolgt durch die kommunale Bauverein AG.

Eine Wettbewerbsjury entschied sich 2001 für den Entwurf des Wiener Architekten Talik Chalabi.

Seit der Grundsteinlegung am 22.05. 2005 trägt das Gebäude den Namen
–Darmstadium-

Das chemische Element gleichen Namens wurde 1994 von der in Darmstadt ansässigen Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) synthetisch produziert und erhielt die Ordnungszahl 110.

Das WKZ besteht vereinfacht gesagt, aus dem im östlichen Teil liegenden Kongresszentrum, dem Mittelteil der Calla und dem westlich gelegenen Seminartrakt.

Das Herzstück des östlichen Teiles ist ein 3-fach teilbarer Saal mit seitlich angrenzenden Foyerflächen, Kapazität insgesamt etwa 2000 Personen. Durch Hubenrichtungen sind im Gesamtbereich oder in den Teilbereichen aufsteigende Sitzreihen möglich. Eine größtmögliche Variabilität der möglichen Nutzungen ist gegeben.

Die Calla ist eine trichterförmige Stahl-Glaskonstruktion durch die das gesamte Oberflächenwasser geführt und in ein Rückhaltebecken von rd 360 cbm gesammelt wird. Das Oberflächenwasser wird für die Kühlung der Klimaanlagen, für die Toilettenspülung und für die Außenbewässerung genutzt.

Im westlich gelegenen Seminartrakt stehen den Nutzern 20 Konferenz- und Seminarräume in unterschiedlichen Größen für Veranstaltungen bis 200 Personen zur Verfügung.

Eingehend wurde mit der Gruppe die Statik und Konstruktion erörtert.

Das Grundstück liegt im Bereich des Rheintal Grabenbruch. Exakt auf dem Grundstück verläuft die Bruchkante. Im nördlichen bzw. westlichen Bereich stehen Lockersedimente und im südlich-östlichen Bereich Granodiorit an. Die Ausbildung der Tiefgeschosse erfolgt als steifer Kellerkasten, kombiniert mit einer Pfahl-Plattengründung im vorderen (westlichen) Bereich.

Das Bodengutachten erstellte unser MAIV- Kollege Herr Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach. Die konstruktive Bearbeitung erfolgte durch unsere MAIV- Kollegen Ingenieurconsult Cornelius, Schwarz, Zeitler. Als Prüfingenieur wurde unser MAIV- Kollege Dr.Ing. Schulenberg beauftragt, der bei der Besichtigung anwesend war und mit mit den Professoren Gao und Chen Sui lebhafte Fachgespräche führte. Zu den Themenbereichen Statik, Bauphysik Baugrube und Gründung wird auf die Ausarbeitungen:

verwiesen. Der MAIV bedankt sich bei den Autoren für die Überlassung der Poster für den vorliegenden Bericht.

Innovative Lösungen wurden in den Bereichen Energie, Heizung und Lüftung gefunden. Geheizt wird mit Holzhackschnitzel. Dabei wird grob geschreddertes Holz aus heimischen Wäldern verwandt. Umwelttechnisch ist diese Heizungsart neutral bezüglich der CO 2 Verbrennung. Ein Anschluß an die Fernwärme der TUD soll den Spitzenbedarf von etwa 5% abdecken. Bei der Kühlung kommt eine adyabatische Kühlung zum Einsatz, d.h. die anstehende Wärme wird für die Kühlung benutzt. Über die Calla wird die Luft angesaugt und durch Erdkanäle um jeweils 5 Grad im Sommer gekühlt, bzw. im Winter erwärmt.

Durch die innovative Klimatechnik werden die Vorgaben der Energiesparverordnung um circa 50% unterschritten.

Von der Dachterrasse und den darunterliegenden Seminarräumen konnten sich die Teilnehmer von dem hervorragenden Standort mit unmittelbarer Wechselbeziehung zu den gegenüberliegendem Residenzschloss, dem Staatsarchiv (von Georg Moller als Hoftheater erbaut) und dem Hessischen Landesmuseum von Alfred Messel überzeugen.

Hierzu auch das untenstehende Foto unseres MAIV- Kollegen Mathias Bühler.

Der Besichtigung des WKZ schloss sich eine Besichtigung des ebenfalls im Bau befindlichen Kongresshotels (Entwurf: Architekten Nieper und Partner, Architekten Rittmannsperger) an.

 
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