MAIV - Exkursion Offenbacher Hafen am 23.08.2019

Am 23. August war der Hafen in Offenbach das Ziel einer MAIV-Exkursion. Wir waren an der Offenbächer Hafenschule mit dem Architekten Herrn Otto vom Darmstädter Architekturbüro Waechter + Waechter verabredet.

Vom Gebäudemanagement der Stadt Offenbach begleitete uns die Architektin

Frau Reese. Die neue Hafenschule steht zwischen Hafenbecken und Hafenstraße. Direkt daneben steht noch ein stählerner Entladekran, der als Industriedenkmal auf die Geschichte des Hafens hinweist. Noch vor wenigen Jahren war der Hafen industriell geprägt. Hier wurden Öl und Brennstoffe umgeschlagen, das meiste Flugbenzin für den Frankfurter Flughafen kam über den Offenbacher Hafen. Davon ist nichts mehr zu erkennen. Das hell verklinkerte neue Schulgebäude überbaut einen ganzen städtebaulichen Block und zeigt nach allen vier Seiten klare Raumkanten mit großzügigen Verglasungen. Der Grundriss des Gebäudes ist scheinbar invers: Außen entlang der Blockaußenkanten verlaufen die Erschließungsflure einmal rundherum. Alle Klassenräume und alle Kitaräume sind in zwei Geschossen konsequent nach innen in die Blockmitte ausgerichtet. Und weil in der Mitte noch Essens- und Aufenthaltsräume liegen, ergibt sich aus dem Grundriss eine "Acht", d.h. ein Innenhof für die 4-zügige Grundschule und ein Innenhof für die 9-gruppige Kita.

Ein besonders Highlight wurde geschaffen, in dem zwei 1-Feld-Sporthallen am Blockrand zur Hafenstraße auf den zweigeschossigen Grundbaukörper aufgesetzt wurden: Übereinander! Hier trainiert auch der örtliche Karateverein und die bodentiefe Verglasung nach zwei Seiten schafft beeindruckende Blickbeziehungen auf der einen Seite zum neuen Hafenviertel und zur anderen Seite ins historische Nordend von Offenbach.

Wir waren beeindruckt und zahlreiche Fragen wurden uns vor Ort beantwortet: Wie der Brandschutz in den Fluren funktioniert, welche Bedeutung eine "Amoklauf-Schiebetür" hat, wie die Entscheidung zum Sonnenschutz getroffen wurde und so weiter...

Direkt im Anschluss der Besichtigung der Hafenschule waren wir mit Frau Martha am Hafenbecken verabredet. Sie ist nicht nur Geschäftsführerin der Entwicklungs- gesellschaft für das neue Hafenviertel,  sondern managt auch die Liegenschaften der Stadt Offenbach und rund 5000 städtische Wohnungen.


In der alten Hafenmeisterei wurde uns anhand eines Hafenmodells und mit Fotos aus der Vergangenheit die Ausgangslage und die Entwicklung der letzten Jahre veranschaulicht. Beim anschließenden Rundgang durch das neue Viertel wurden wir auf manche Planungsdetails aufmerksam gemacht, die gewöhnlichen Passanten vermutlich entgehen. Der Umgang mit Regenwasser (wird für die Frischhaltung des Hafenwassers verwendet) die Lage der Tiefgaragen (nein, nicht hochwasser-gefährdet), der zukünftige Dünenpark (an der Spitze zum Main werden künstliche Dünen aufgeschüttet), die Baulücke für ein weiteres Hochhaus und schließlich der neue Hafenplatz mit zahlreichen Gaststätten, einem Einkaufszentrum und einer sich zum Wasser senkenden Hafentreppe. Und weil in der Eisdiele gerade einige Tische frei waren, fand die Exkursion hier an diesem neuen urbanen Hafenplatz ein geselliges Ende. Wir waren uns einig, dass der Darmbach zwar auch seinen Charme hat, jedoch mit den Wasserflächen des Mains nicht konkurrieren kann.

 

 

 
strich

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